Kyotoprotokoll

Im Rahmen der Arbeit zur Energieeinsparung interessiert sich die “Baikalwelle” auch fur das Kyotoprotokoll.

Am 16. Februar 2005 ratifizierte Russland das Kyotoprotokoll zur Rahmenkonvention uber die Klimaveranderung. Es war das letzte Land notig fur das Inkrafttreten des Kyotoprotokolls. Schon vor diesem wichtigen Ereignis verwendeten verschiedene industrielle Firmen die Mechanismen des Kyotoprotokolls. Warum?

Dieser internationale Vertrag untersucht wirtschaftliche Interessen der Beteiligten (der Mitgliedslander) an der Senkung von Treibhausgasemissionen. Eingefuhrt werden Genehmigungen fur die Emission einer bestimmten Anzahl Treibhausgasen (Quoten) und mit diesen Genehmigungen kann man handeln. Durch das Protokoll und Konferenzen der Mitglieder der Rahmenkonvention der Vereinten Nationen wurden flexible Mechanismen ausgearbeitet zum Klimawandel. Diese untersuchen das Interesse an technischen Umstrukturierungen, an der Ausarbeitung und Verbreitung alternativer Energieressourcen, an vermehrtem Energiesparen und am Ubergang zu anderen Brennstoffen, die dem Klima weniger Schaden zufugen.

Auf Initiative der “Baikalwelle”, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Gebiets Irkutsk, der Handels- und Industriekammer von Ostsibirien und dem Henrich Bell-Fond, fand in Irkutsk am 15./16. Dezember 2005 eine Konferenz statt, mit dem Titel “Kyotoprotokoll: globales Klima – regionale Entscheidungen”.

Das Ziel der Konferenz war es, die Realisierungsmoglichkeiten des Kyotoprotokolls in Russland zu untersuchen anhand von praktischen Beispielen und uber die konkreten Verwendungen der Mechanismen des Kyotoprotokolls im Gebiet Irkutsk und der Baikalregion zu diskutieren.

Zur Konferenz eingeladen waren das Zentrum fur okologische Investitionen (Moskau), auf Energiesparen spezialisierte Mitarbeiter der Irkutsker Hochschulen, Vorsitzende industrieller Unternehmen, tatig im Gebiet Irkutsk sowie Mitglieder der staatlichen Organe und der regionalen Verwaltungen des Gebiets Irkutsk und der Republik Burjatien.

Konkrete Resultate der Konferenz auf staatlicher Ebene waren

  • die Schaffung einer Stelle zustandig fur die Erhebung des Emissions- und Adsorptionslevels von Treibhausgasen auf dem Territorium des Gebiets Irkutsk, fur die Zeitspanne 1990-2005 (fur die Industrie), und eine Prognose bis zum Jahr 2012 erstellen.
  • Die Ausarbeitung einer Brennstoff-Energie-Bilanz des Gebiets Irkutsk
  • Die Erstellung von Grundlagen innovativer Projekte zur Ausarbeitung von Technologien und Schaffung von innovativen Mechanismen zur breiteren Verwendung energie- und ressourceeffizienter Technologie, neuer und erneuerter Arten Energie, Technologien zur Bindung und langfristigen Aufbewahrung von Kohledioxid und unkonventioneller Methanquellen
  • Die Ausarbeitung und Umsetzung eines regionalen staatlichen Zielprogrammes “Reproduktion der Walder des Gebiets Irkutsk” fur die Jahre 2007-2011
  • Die Ausarbeitung von Unterstutzungsmechanismen fur wissenschaftlich-technische Arbeiten zu Energieeinsparung und Gebrauch von alternativen Energiequellen.
  • Die Ausarbeitung und Einfuhrung von Indikatoren zur Effizienz der getroffenen Massnahmen bezuglich der Senkung des Beitrags zur globalen Erwarmung auf dem Irkutsker Gebiet, unter Berucksichtigung von naturlichen sowie antropogenen Komponenten.
  • Die Grundung einer Datenbank der Projekte zur Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen
  • Die Durchfuhrung von Gesprachsrunden zur Diskussion der Moglichkeiten, die Krafte von Staat, Wirtschaft und unkommerziellen Organisationen zu vereinen zur Umsetzung des Kyotoprotokolls im Gebiet Irkutsk
  • Die Durchfuhrung von Seminaren zur Energieeinsparung fur Lehrer und Fuhrungspersonen im Bildungswesen.

Trotz konstanten Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit den lokalen Behorden, war die Konferenz ein Erfolg fur die “Baikalwelle”. Sie verfolgt auch weiter Projekte zur Thematik des Energiesparens.

Auf Landesebene gelten die erreichten Ergebnisse als Vorbild fur andere Gebiete.